E-Invoicing in Norway: B2B Requirements From 2027 Explained

  • E-Rechnungsstellung
  • Einhaltung der Vorschriften für elektronische Rechnungsstellung
  • Regulierungen zur elektronischen Rechnungsstellung

Norwegen führt neue Anforderungen an die elektronische Rechnungsstellung zwischen Unternehmen ein.

Ab dem 1. Januar 2027 müssen buchführungspflichtige Unternehmen strukturierte E-Rechnungen an andere buchführungspflichtige Unternehmen senden, die diese empfangen können.

Ab dem 1. Januar 2030 wird es außerdem verpflichtend, ein elektronisches Buchhaltungssystem zu verwenden, das E-Rechnungen empfangen und verarbeiten kann.

Kurz gesagt bedeuten die neuen Regeln:

  • Ab dem 1. Januar 2027 wird das Versenden von B2B-E-Rechnungen verpflichtend, wenn der Empfänger E-Rechnungen empfangen kann.
  • Ab dem 1. Januar 2030 müssen buchführungspflichtige Unternehmen ein elektronisches Buchhaltungssystem verwenden und E-Rechnungen empfangen und verarbeiten können.
  • Norwegen verfügt bereits über eine gut etablierte Infrastruktur für E-Invoicing über EHF* und Peppol.
  • Die näheren technischen Anforderungen an B2B-E-Invoicing sind noch nicht festgelegt.
  • Norwegen hat außerdem bestehende Anforderungen an die elektronische Mehrwertsteuerberichterstattung über die MVA-melding.

E-Invoicing in Norwegen

Norwegen ist seit Langem ein Vorreiter bei elektronischer Rechnungsstellung und Peppol. Norwegen nahm gemeinsam mit mehreren anderen europäischen Ländern am ursprünglichen Peppol-Projekt teil und hat seitdem eine umfassende Infrastruktur für den elektronischen Dokumentenaustausch aufgebaut.

Laut OpenPeppol werden in Norwegen jährlich rund 140 Millionen B2B- und B2G-Rechnungen versendet, von denen etwa die Hälfte als EHF/Peppol BIS* ausgetauscht wird.

Die Entwicklung ist Teil der norwegischen Bemühungen, Verwaltung, Buchführung und Berichterstattung von Unternehmen zu digitalisieren. Gleichzeitig folgt sie der breiteren europäischen Bewegung hin zu stärker digitaler Rechnungsstellung und Berichterstattung, einschließlich der EU-Initiative VAT in the Digital Age (ViDA).

*EHF (Elektronisk Handelsformat) und Peppol BIS sind die beiden Dokumentenformate, die norwegische öffentliche Einrichtungen empfangen können müssen. Beide basieren auf UBL (Universal Business Language).

B2G-E-Invoicing in Norwegen

Elektronische Rechnungsstellung ist in Norwegen nicht neu und seit vielen Jahren im öffentlichen Sektor vorgeschrieben.

Seit 2012 müssen Unternehmen, die norwegische öffentliche Behörden fakturieren, Rechnungen elektronisch in einem strukturierten Format senden.

Norwegen verwendet EHF (Elektronisk Handelsformat) für den elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten. Für Rechnungen basiert EHF auf Peppol BIS Billing 3.0, wodurch strukturierte Rechnungsdaten zwischen verschiedenen Finanz- und ERP-Systemen ausgetauscht werden können.

E-Reporting in Norwegen

Norwegen hat bereits Anforderungen an die elektronische Berichterstattung im Bereich der Mehrwertsteuer.

Unternehmen melden die Mehrwertsteuer über die „MVA-melding“, die elektronisch an die norwegischen Steuerbehörden (Skatteetaten) übermittelt wird. Die Meldung enthält Informationen zur Mehrwertsteuer des Unternehmens für den jeweiligen Zeitraum. Wie häufig ein Unternehmen berichten muss, hängt unter anderem von seiner Größe ab.

Es ist wichtig, zwischen E-Reporting und E-Invoicing zu unterscheiden. Die MVA-melding ist die Meldung von Mehrwertsteuerdaten an die Behörden, während es beim E-Invoicing um den Austausch der einzelnen Rechnung zwischen beispielsweise einem Lieferanten und einem Kunden geht.

Norwegen verfügt damit über elektronische Berichterstattung, aber das neue B2B-Mandat ist kein CTC-System, bei dem jede Rechnung in Echtzeit von den Steuerbehörden genehmigt oder an diese gemeldet werden muss.

Neue Anforderungen an B2B-E-Invoicing ab 2027

Die große Änderung kommt am 1. Januar 2027.

Dann müssen norwegische Unternehmen strukturierte elektronische Rechnungen an norwegische Unternehmen senden, welche E-Rechnungen empfangen können.

Eine per E-Mail versendete PDF-Rechnung gilt nicht als strukturierte elektronische Rechnung. Eine E-Rechnung enthält dagegen Daten in einem strukturierten Format, das vom System des Empfängers automatisch verarbeitet werden kann.

Ab 2027 gilt die Pflicht zum Senden, während die allgemeine Pflicht zum Empfang erst ab 2030 folgt.

Obligatorisches elektronisches Buchhaltungssystem ab 2030

Die zweite Phase tritt am 1. Januar 2030 in Kraft.

Dann wird es für buchführungspflichtige Unternehmen verpflichtend, ein elektronisches Buchhaltungssystem zu verwenden. Das System muss unter anderem den Empfang und die automatische Verarbeitung strukturierter E-Rechnungen unterstützen. Ab dem 1. Januar ist es also erforderlich, in Norwegen sowohl Rechnungen senden als auch empfangen zu können.

Zeitplan:

2027: Pflicht zum Senden von E-Rechnungen an Unternehmen, die diese empfangen können.

2030: Pflicht, E-Rechnungen über ein elektronisches Buchhaltungssystem empfangen und verarbeiten zu können.

Welche Rolle spielt Peppol?

Peppol spielt bereits eine zentrale Rolle in der norwegischen Infrastruktur für E-Invoicing.

Es ist hilfreich, zwischen Peppol BIS und dem Peppol-Netzwerk zu unterscheiden. Peppol BIS definiert Standards dafür, wie elektronische Geschäftsdokumente strukturiert werden, während das Peppol-Netzwerk die Infrastruktur ist, die den sicheren Austausch der Dokumente zwischen Sender und Empfänger über zugelassene Peppol Access Points ermöglicht. Lesen Sie hier mehr über Peppol.

Norwegens EHF-Standards sind eng mit Peppol BIS verbunden. Unternehmen können Handelspartner außerdem über Peppol Directory nachschlagen, um zu prüfen, ob sie elektronische Dokumente empfangen können und welche Dokumenttypen sie unterstützen.

Die näheren technischen Anforderungen an das neue B2B-Mandat werden später festgelegt. Unternehmen sollten die Entwicklung bis 2027 daher verfolgen, um sicherzustellen, dass ihre Lösungen die endgültigen Anforderungen unterstützen.

Begriffe, die Sie kennen sollten

Begriff  Was bedeutet das? 
EHF  Elektronisk Handelsformat. Norwegens Standards für strukturierte elektronische Geschäftsdokumente. EHF-Rechnungsstellung basiert auf Peppol BIS Billing 3.0. 
Peppol  Eine internationale Infrastruktur für den sicheren elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten zwischen Unternehmen und Behörden. 
Peppol BIS  Peppols Spezifikationen dafür, wie verschiedene elektronische Dokumente strukturiert werden sollen. Peppol BIS Billing 3.0 wird für elektronische Rechnungen verwendet. 
Peppol Authority  Die Organisation, die den Peppol-Rahmen national verwaltet. In Norwegen wird diese Rolle von DFØ wahrgenommen. 
Peppol Access Point  Ein zugelassener Service Provider, der Unternehmen mit dem Peppol-Netzwerk verbindet und das Senden und Empfangen von Dokumenten ermöglicht. TrueCommerce ist Peppol Access Point. 
Peppol Directory  Ein Suchdienst, mit dem Unternehmen auf Peppol gefunden werden können und ersichtlich ist, welche elektronischen Dokumente sie unterstützen. Das frühere norwegische ELMA-Register wurde durch Peppol-basierte Abfragen ersetzt. 
MVA-melding  Norwegens elektronische Mehrwertsteuererklärung, die Unternehmen bei Skatteetaten einreichen. 

Was wissen wir über das norwegische E-Invoicing-Mandat?

  • Die wichtigsten Daten sind der 1. Januar 2027 und der 1. Januar 2030.
  • Ab 2027 müssen buchführungspflichtige Unternehmen strukturierte elektronische Rechnungen an andere buchführungspflichtige Unternehmen senden, die diese empfangen können.
  • Ab 2030 müssen buchführungspflichtige Unternehmen elektronische Buchhaltungssysteme verwenden und in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen und automatisch zu verarbeiten.
  • Peppol und EHF spielen bereits eine wichtige Rolle bei der E-Rechnungsstellung in Norwegen. Die genauen technischen Anforderungen an das neue B2B-Mandat sind jedoch noch nicht festgelegt, daher ist es wichtig, die Entwicklung bis 2027 im Blick zu behalten.

Was sollte Ihr Unternehmen heute tun?

Auch wenn die erste Anforderung erst 2027 in Kraft tritt, können Unternehmen bereits jetzt prüfen, ob ihr bestehendes ERP- oder Finanzsystem strukturiertes E-Invoicing unterstützt.

Es kann außerdem sinnvoll sein, die Möglichkeiten einer Anbindung an Peppol über einen Peppol Access Point Provider zu prüfen.

TrueCommerce ist Peppol Access Point und kann Unternehmen dabei unterstützen, elektronische Dokumente über Peppol auszutauschen und E-Invoicing in bestehende ERP- und Finanzsysteme zu integrieren.

Häufig gestellte Fragen zu E-Invoicing in Norwegen

Wann wird B2B-E-Invoicing in Norwegen verpflichtend?

Ab dem 1. Januar 2027 müssen buchführungspflichtige Unternehmen strukturierte elektronische Rechnungen an andere buchführungspflichtige Unternehmen senden, die E-Rechnungen empfangen können. Ab dem 1. Januar 2030 folgt die Pflicht, ein elektronisches Buchhaltungssystem zu verwenden und E-Rechnungen empfangen und verarbeiten zu können

Müssen norwegische Unternehmen ab 2027 Peppol verwenden?

Peppol und EHF spielen bereits eine zentrale Rolle in Norwegens E-Invoicing-Infrastruktur. Die detaillierten technischen Anforderungen an das neue B2B-Mandat werden jedoch in einer Verordnung festgelegt. Unternehmen sollten daher die endgültigen Anforderungen bis 2027 verfolgen, statt davon auszugehen, dass alle technischen Details bereits feststehen.

Ist eine PDF-Rechnung in Norwegen eine elektronische Rechnung?

Nein. Eine per E-Mail versendete PDF-Datei ist digital, aber keine strukturierte elektronische Rechnung. Eine E-Rechnung enthält strukturierte Daten, die zwischen Systemen übertragen und automatisch verarbeitet werden können.