Elektronische Rechnungsstellung in Großbritannien: Was die Verpflichtung von 2029 für Unternehmen bedeutet

  • E-Rechnungsstellung
  • Regulierungen zur elektronischen Rechnungsstellung

Die britische Regierung strebt die Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnungsstellung an, als Teil ihrer umfassenderen Aktivitäten zur Modernisierung des Steuersystems und zur Verringerung der Steuerausfälle.

Nach einer nationalen Konsultation unter der Leitung der britischen Steuerbehörde HMRC im Jahr 2025 bestätigte die Regierung, dass ab April 2029 alle Mehrwertsteuerrechnungen sowohl für Geschäfte von Unternehmen-zu-Unternehmen (B2B) als auch für Unternehmen-zu-Regierung (B2G) elektronisch ausgestellt werden müssen.

Stand Februar 2026 werden detaillierte technische Spezifikationen noch im Haushaltsplan 2026 erwartet. Die Richtung ist jedoch klar: Großbritannien bereitet sich auf die landesweite digitale Rechnungsstellung vor.

Dieser Leitfaden erläutert den Konsultationsprozess, den bestätigten Zeitplan, was für B2G bereits getroffen wurde und was britische Unternehmen als Nächstes erwarten können.

Aktueller Stand im Jahr 2026

Im Vereinigten Königreich gibt es noch kein obligatorisches B2B-E-Rechnungssystem, aber eine entsprechende Verpflichtung tritt 2029 in Kraft.

Bereich
Status
B2B-E-Rechnung
Verpflichtend ab April 2029
B2G-E-Rechnung
Öffentliche Stellen müssen elektronische Rechnungen gemäß EN 16931 akzeptieren.
Beratung
Abgeschlossen (Februar–Mai 2025)
Technische Details
Voraussichtlich im Haushalt 2026

 

Die Regierung hat klargestellt, dass die elektronische Rechnungsstellung Teil einer umfassenderen Strategie zur Digitalisierung der britischen Steuerbehörde HMRC und zur Stärkung der Steuerehrlichkeit ist.

Die HMRC-Konsultation 2025

Der erste formale Schritt hin zur verpflichtenden elektronischen Rechnungsstellung war eine 12-wöchige Konsultation unter der Leitung der britischen Steuerbehörde HMRC.

Die Konsultation lief vom 13. Februar 2025 bis zum 7. Mai 2025.

Ziel war es, die Meinungen von Unternehmen, Branchenverbänden und Interessengruppen zu folgenden Punkten einzuholen:

  • Verschiedene Modelle der elektronischen Rechnungsstellung
  • Ob der Ansatz verpflichtend oder freiwillig sein sollte
  • Der Umfang eines möglichen Mandats
  • Die Möglichkeit, elektronische Rechnungsstellung mit digitaler Echtzeitberichterstattung zu kombinieren

Die Konsultation markierte einen wichtigen Schritt bei der Ausgestaltung der Umsetzung der elektronischen Rechnungsstellung in Großbritannien.

Bestätigter Zeitplan für die britische E-Rechnungspflicht

Die britische Regierung hat die Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnungsstellung im Jahr 2029 bestätigt.

Jahr
Meilenstein
2025
Die Konsultation mit der britischen Steuerbehörde HMRC ist abgeschlossen.
Frühjahr 2025
Roadmap zur digitalen Transformation veröffentlicht
Haushalt 2026
Weitere Details und technischer Umfang werden erwartet
April 2029
Obligatorische elektronische Mehrwertsteuerrechnung für B2B und B2G

 

Ab April 2029 müssen alle Mehrwertsteuerrechnungen sowohl für Transaktionen im privaten als auch im öffentlichen Sektor elektronisch ausgestellt werden.

Was ist E-Rechnung?

Unter E-Rechnung versteht man den strukturierten digitalen Austausch von Rechnungsdaten direkt zwischen Finanzsystemen.

Anstatt eine PDF-Datei per E-Mail zu versenden oder eine Papierrechnung auszustellen, werden die Rechnungsdaten elektronisch vom Lieferanten zum Käufer von System zu System übermittelt.

Diese Automatisierung:

  • Reduziert die manuelle Dateneingabe
  • Minimiert Fehler
  • Beschleunigt Zahlungszyklen
  • Verbessert die Steuergenauigkeit

Die britische Regierung betrachtet die elektronische Rechnungsstellung als einen Weg, die Produktivität zu steigern und die Qualität und Pünktlichkeit der Mehrwertsteuermeldung zu verbessern.

Aktuelle B2G-Strategie im Vereinigten Königreich

Im Vereinigten Königreich gibt es bereits begrenzte Regelungen für die elektronische Rechnungsstellung zwischen Unternehmen und Behörden.

Öffentliche Verwaltungen müssen elektronische Rechnungen akzeptieren, die der europäischen Norm EN 16931 entsprechen.

Jedoch:

  • Lieferanten dürfen Rechnungen weiterhin in verschiedenen Formaten versenden.
  • PDFs und Papierrechnungen werden weiterhin akzeptiert.
Bereich
Erfordernis
Öffentliche Einrichtungen
Elektronische Rechnungen gemäß EN 16931 müssen akzeptiert werden.
Lieferanten
Kann weiterhin als PDF oder in Papierform versendet werden.
Obligatorisch strukturierte B2G
Noch nicht vollständig implementiert

 

Dies wird sich ändern, sobald das Mandat von 2029 in Kraft tritt.

Voraussichtlicher Umfang des Mandats von 2029

Ab April 2029:

  • Alle Mehrwertsteuerrechnungen müssen elektronisch sein.
  • Gilt sowohl für B2B- als auch für B2G-Transaktionen.

Weitere Einzelheiten zu akzeptierten Formaten, Übertragungskanälen, Meldepflichten und Durchsetzungsmechanismen werden im Haushaltsplan 2026 erwartet.

Zum jetzigen Zeitpunkt hat Großbritannien noch nicht bestätigt, ob es ein CTC-Freigabemodell einführen oder eher einem Ansatz nach der Prüfung treu bleiben wird.

Wie könnte das zukünftige britische Modell aussehen?

Zum jetzigen Zeitpunkt hat Großbritannien bestätigt, dass die obligatorische elektronische Rechnungsstellung ab April 2029 gelten wird. Das konkrete Modell, das umgesetzt werden soll, ist jedoch noch nicht festgelegt.

Im Rahmen der Konsultation 2025 erwähnte die Regierung ausdrücklich die Möglichkeit, die elektronische Rechnungsstellung durch digitale Echtzeit-Berichterstattung zu ergänzen. Dies eröffnet verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten.

Eine Möglichkeit bestünde darin, dass Großbritannien auf ein Echtzeit-Meldesystem oder ein Modell der kontinuierlichen Transaktionskontrolle (CTC) umstellt, ähnlich den Systemen, die in Ländern wie Frankreich und Polen implementiert wurden. Bei diesem Ansatz werden Rechnungsdaten nahezu in Echtzeit an die Steuerbehörden übermittelt.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass sich Großbritannien an einem Modell orientiert, das eher Belgien oder Deutschland ähnelt, wo strukturierte elektronische Formate und genehmigte Austauschnetzwerke erforderlich sind, jedoch ohne Echtzeit-Genehmigung durch die Regierung.

Klar ist, dass sich Großbritannien in Richtung einer stärker digitalisierten und strukturierten Rechnungsstellung bewegt. Ob durch Echtzeitberichte oder formatbasierte Standardisierung – Unternehmen benötigen Systeme, die einen gesetzeskonformen elektronischen Datenaustausch ermöglichen.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Auch wenn April 2029 noch in weiter Ferne scheint, braucht die Vorbereitung Zeit.

Unternehmen sollten folgende Punkte bedenken:

  • Monitor-Updates werden im Budget 2026 erwartet.
  • Bewerten Sie die aktuellen Abrechnungssysteme.
  • Erwägen Sie die Möglichkeit der strukturierten elektronischen Rechnungsstellung.
  • Entdecken Sie EDI– und digitale Integrationslösungen.
  • Arbeiten Sie mit Partnern zusammen, um Ihre Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten.

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Noch nicht. Die obligatorische elektronische Mehrwertsteuerrechnung wird ab April 2029 gelten.

Nein. Ab 2026 ist die elektronische Rechnungsstellung im B2B-Bereich nicht mehr verpflichtend.

Öffentliche Stellen müssen elektronische Rechnungen gemäß EN 16931 akzeptieren, Lieferanten können aber weiterhin PDF- oder Papierrechnungen senden.

Im Rahmen der Konsultation 2025 wurde die Möglichkeit der Kombination von elektronischer Rechnungsstellung mit digitaler Echtzeitberichterstattung geprüft, eine endgültige Entscheidung wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben.