Erläuterung der EDI-Transaktionscodes

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EDI-Transaktionscodes (oder EDI-Dokumenttypen) definieren das Standardformat für den elektronischen Austausch wichtiger Geschäftsdokumente. Von Bestellungen über Rechnungen bis hin zu Lieferbenachrichtigungen erfüllt jeder Code eine bestimmte Funktion in digitalen Lieferketten. Suchen Sie eine vollständige Liste der EDI-Transaktionscodes? Hier finden Sie alle wichtigen EDI-Dokumenttypen. Das Wichtigste in Kürze EDI-Transaktionscodes definieren das Standardformat für den elektronischen Austausch von […]
EDI Transaktionscodes

EDI-Transaktionscodes (oder EDI-Dokumenttypen) definieren das Standardformat für den elektronischen Austausch wichtiger Geschäftsdokumente. Von Bestellungen über Rechnungen bis hin zu Lieferbenachrichtigungen erfüllt jeder Code eine bestimmte Funktion in digitalen Lieferketten.

Suchen Sie eine vollständige Liste der EDI-Transaktionscodes? Hier finden Sie alle wichtigen EDI-Dokumenttypen.

Das Wichtigste in Kürze

  • EDI-Transaktionscodes definieren das Standardformat für den elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten
  • Jeder Transaktionssatz besteht aus drei Komponenten: Datenelementen, Segmenten und Umschlägen
  • Die zwei wichtigsten Standards: EDIFACT (Europa/international) und ANSI X12 (Nordamerika)
  • Handelspartner schreiben oft vor, welche Codes benötigt werden – Konformitätsdokumente können über 100 Seiten umfassen
  • Häufigste EDIFACT-Codes: ORDERS, ORDRSP, DESADV, INVOIC, REMADV
  • Häufigste ANSI-X12-Codes: 850, 810, 856, 855, 820

Aufschlüsselung eines Transaktionssatzes

Jeder EDI-Transaktionssatz besteht aus drei Hauptkomponenten:

1. Daten Elemente

Dies sind kleinste Informationen – wie Firmenname, Artikelnummer, Menge oder Preis. Jeder EDI-Standard definiert:

  • Datentyp (z. B. numerisch, Datum, alphanumerisch)
  • Zulässige Länge (Minimum/Maximum)
  • Codewerte (z. B. Währungscodes)

2. Segmente

Ein Segment ist eine logische Gruppe zusammengehöriger Datenelemente. In einer EDI-Bestellung (ORDERS) kann ein Segment beispielsweise Artikelnummer, Menge, Einheit und Preis enthalten.

  • Segmente beginnen mit einer ID (z. B. IT1 für Artikeldetails).
  • Elemente werden durch ein Trennzeichen (typischerweise ein Pluszeichen (+)) getrennt.
  • Segmente können obligatorisch, optional oder bedingt sein.

Der verwendete EDI-Standard (EDIFACT und in Nordamerika meist ANSI ) definiert:

  • Die Reihenfolge der Segmente
  • Können Segmente wiederholt werden?
  • Welche Segmente sind für welche Transaktionsart erforderlich?

3. Umschläge

Umschläge umhüllen Transaktionssätze für eine sichere Übertragung:

  • Nachrichtenumschlag: Umfasst eine einzelne Transaktion.
  • Funktionsgruppenumschlag: Umfasst zusammengehörige Transaktionen (z. B. mehrere Rechnungen).
  • Interchange-Umschlag: Umfasst alle Gruppen für die vollständige Übertragung.

Start- und Endpaare definieren jeden Umschlagtyp, um eine genaue Zustellung und Verarbeitung sicherzustellen.

Erfüllung der Anforderungen von Handelspartnern

Viele Einzelhändler und Lieferkettenpartner fordern EDI-Konformität und stellen Mapping-Spezifikationen für die erwarteten Transaktionssätze bereit. Diese detaillierten EDI-Konformitätsanforderungen können über 100 Seiten umfassen und definieren:

  • Erforderliche EDI-Dokumente (Transaktionssätze)
  • Obligatorische Segmente und Elemente
  • Codewerte und Sequenzierungsregeln

Verschiedene Partner benötigen unterschiedliche Sets, aber niemand erwartet alle möglichen EDI-Dokumente. Bei der Einbindung eines neuen Partners sollte Ihr EDI-Anbieter die erforderlichen Mappings bereitstellen oder aktualisieren – das vereinfacht die Einrichtung und die fortlaufende Compliance.

EDIFACT Transaktionssätze

EDIFACT ID Name Nutzung
ORDERS Bestellmeldung Käufer sendet eine Bestellung an den Verkäufer für bestimmte Waren oder Dienstleistungen.
ORDCHG Bestelländerungsmeldung Käufer sendet Änderungen an einer bestehenden Bestellung. Ermöglicht einfache Nachverfolgung von Anpassungen.
ORDRSP Bestellantwort Verkäufer bestätigt dem Käufer, dass die Bestellung erfüllt und die Lieferung durchgeführt werden kann.
DESADV Lieferschein Lieferant bestätigt dem Käufer den Versand der Bestellung mit allen relevanten Versandinformationen. Auch bekannt als Advanced Shipping Notice (ASN).
INVOIC Rechnung Verkäufer stellt dem Käufer die fälligen Beträge in Rechnung – ersetzt Papier-, E-Mail- oder PDF-Rechnung.
SLSRPT Verkaufsdatenbericht Informiert Handelspartner über umsatzbezogene Daten wie Preise und Mengen – für bessere Verkaufsprognosen.
INVRPT Bestandsbericht Informiert Handelspartner über aktuelle Lagerbestände und Bestandsänderungen.
CREADV Kreditauskunft Meldet eine monetäre Anpassung (Soll oder Haben) auf gekaufte Produkte und ändert den geschuldeten Betrag.
RECADV Wareneingangsbestätigung Käufer bestätigt den physischen Wareneingang und meldet etwaige Abweichungen bei Produkten oder Mengen.
DELFOR Lieferabruf Käufer übermittelt Lieferplaninformationen an den Lieferanten. Häufig in der Fertigungsindustrie genutzt.
PRICAT Preiskatalog Hersteller oder Lieferant übermittelt aktuelle Produkt- und Preisinformationen an Handelspartner.
CONTRL Funktionale Bestätigung Bestätigt den Empfang und die Akzeptanz einer Nachricht. Dient als automatischer Prüfpfad.
REMADV Überweisungsavis Benachrichtigt den Käufer über eine fällige Zahlung für erhaltene Waren oder Dienstleistungen.
PRODAT Produktdaten Lieferant übermittelt Produktidentifikationen und -beschreibungen seines gesamten Sortiments.
PROINQ Produktanfrage Käufer fragt gezielt Informationen zu einem bestimmten Produkt oder einer Produktgruppe an – statt des gesamten Katalogs.
REQOTE Angebotsanfrage Käufer fordert ein Angebot inkl. Preisen, Mengen, Lieferterminen und Zahlungsbedingungen beim Lieferanten an.

EDIFACT – ein zentraler Standard für den elektronischen Datenaustausch

EDIFACT (Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport) gehört zu den am weitesten verbreiteten Formaten im EDI-Umfeld. Der Standard sorgt für eine reibungslose und automatisierte Kommunikation zwischen Geschäftspartnern – unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße. Die folgenden vier Punkte geben Ihnen einen schnellen Überblick über Bedeutung und Aufbau von EDIFACT:

1. Global etabliert
EDIFACT ist ein international standardisiertes Format, das insbesondere in Europa häufig für den Austausch elektronischer Geschäftsdaten eingesetzt wird.

2. Einheitliche Nachrichtenstrukturen
Der Standard definiert präzise, wie Geschäftsdokumente wie Bestellungen, Lieferscheine oder Rechnungen strukturiert und übertragen werden – in einem klar lesbaren, systemkompatiblen Format.

3. Eindeutige Nachrichtenarten
Jede Art von Geschäftsprozess – z. B. eine Bestellung oder eine Rechnung – ist durch einen spezifischen EDIFACT-Nachrichtentyp (z. B. ORDERS, INVOIC) gekennzeichnet. Das erleichtert die Zuordnung und automatisierte Verarbeitung.

4. Standardisiertes Datenlayout
Dank des durchgängigen Formats können EDI-Systeme die Informationen zuverlässig verarbeiten – ganz ohne manuelle Nacharbeit oder Interpretationsspielraum.

Laden Sie den vollständigen Leitfaden zum EDI-Transaktionscode herunter:

Leitfaden zu ANSI ASC X12 EDI-Transaktionssätzen

Es gibt viele Transaktionscodes für den elektronischen Datenaustausch (EDI), die Informationen in Geschäftsdokumenten wie Bestellungen und Rechnungen entsprechen. Diese können per EDI mit Ihren Handelspartnern und anderen Drittanbietern ausgetauscht werden. In den USA ist der Standard für EDI ANSI ASC X12.

TrueCommerce unterstützt jeden ANSI ASC X12 EDI Code

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Die häufigsten EDI Codes in den USA

Obwohl es Hunderte von Transaktionssätzen gibt, werden diese in der Lieferkette und Logistik am häufigsten verwendet:

Häufige Fragen zu EDI-Transaktionscodes

Was ist ein EDI-Transaktionscode?

Ein EDI-Transaktionscode (auch EDI-Dokumenttyp genannt) ist eine standardisierte Kennung, die festlegt, welche Art von Geschäftsdokument elektronisch übertragen wird – z.B. eine Bestellung, Rechnung oder Lieferbenachrichtigung.

Was ist der Unterschied zwischen EDIFACT- und ANSI-X12-Codes?

Beide Standards beschreiben dieselben Geschäftsvorgänge, nutzen aber unterschiedliche Bezeichnungen. Eine Bestellung heißt in EDIFACT „ORDERS“, in ANSI X12 „850″. EDIFACT ist in Europa dominant, ANSI X12 in Nordamerika.

Welche EDI-Transaktionscodes brauche ich für mein Unternehmen?

Das hängt von Ihren Handelspartnern ab. Retailer und Großhändler geben in der Regel genaue Konformitätsvorgaben heraus, die festlegen, welche Codes, Segmente und Datenelemente erwartet werden. Ihr EDI-Anbieter sollte die nötigen Mappings bereitstellen.

Was passiert, wenn ein EDI-Transaktionssatz fehlerhaft ist?

Der Empfänger sendet eine funktionale Bestätigung (CONTRL bei EDIFACT) zurück, die anzeigt, ob die Nachricht korrekt empfangen und akzeptiert wurde – oder ob Fehler vorliegen. So lässt sich die Kommunikation automatisch prüfen und nachverfolgen.

Muss ich alle EDI-Transaktionscodes unterstützen?

Nein. Kein Handelspartner erwartet alle möglichen Codes. In der Praxis reichen für die meisten Lieferkettenprozesse wenige Kerntypen – typischerweise Bestellung, Auftragsbestätigung, Lieferavis und Rechnung. Eine moderne EDI-Plattform wie TrueCommerce verwaltet alle benötigten Codes zentral.

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